Über mich

Zwischen Forschung, gesellschaftlichen Fragen und menschlichen Beziehungen.

Ich bin unabhängige Forscherin und Mediatorin mit einem Hintergrund in Betriebswirtschaft, interkulturellem Konfliktmanagement und praktischer Konfliktarbeit.

Mein beruflicher Weg war nicht geradlinig. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich heute unterschiedliche Perspektiven miteinander verbinden kann. Nach meinem Bachelorstudium der Betriebswirtschaft habe ich in verschiedenen Bereichen der Privatwirtschaft gearbeitet, unter anderem in der Geschäftsentwicklung, im Vertrieb, in der Personalberatung und im Compliance-Bereich. Diese Erfahrungen haben mir Einblicke in wirtschaftliche Interessen, institutionelle Entscheidungsprozesse und die Dynamiken von Organisationen gegeben. Ich habe gelernt, strategisch zu denken, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und mit Menschen unterschiedlicher beruflicher und kultureller Hintergründe zusammenzuarbeiten.

Gleichzeitig wusste ich schon während dieser Zeit, dass ich mir eigentlich ein anderes Leben wünschte. Eines, in dem ich mehr Zeit damit verbringen könnte, Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu untersuchen und mich mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen, die mich wirklich beschäftigen. Nicht unbedingt, um immer Antworten zu finden. Sondern um besser zu verstehen, warum die Dinge so sind, wie sie sind, und welche anderen Möglichkeiten es geben könnte.

Von wirtschaftlichen Strukturen zu gesellschaftlichen Fragen

Mein Masterstudium in Intercultural Conflict Management an der Alice Salomon Hochschule Berlin gab mir die Möglichkeit, einige dieser Fragen wissenschaftlich zu vertiefen. Besonders interessierte mich das Zusammenspiel zwischen individuellen Erfahrungen und gesellschaftlichen Strukturen: Wie entstehen Konflikte? Welche Rolle spielen Zugehörigkeit und soziale Ungleichheit? Und wessen Perspektiven werden in gesellschaftlichen und politischen Debatten sichtbar, oder bleiben unsichtbar? In meiner Masterarbeit beschäftigte ich mich mit Jugendlichen mit türkischem Hintergrund in Berlin und der Frage, wie sie durch Musik und kulturelle Praktiken gesellschaftliche Räume gestalten und auf Diskriminierung reagieren. Die qualitative Forschung hat meine Art zu denken nachhaltig geprägt. Sie hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, nicht nur nach Erklärungen zu suchen, sondern auch die eigenen Annahmen und die Perspektiven, aus denen wir Fragen stellen, kritisch zu hinterfragen.

Mediation: Konflikte verstehen, statt vorschnell lösen

Parallel dazu habe ich mich intensiv mit Mediation und Kommunikation beschäftigt. Ich absolvierte eine zertifizierte 90-stündige Mediationsausbildung an der Alice Salomon Hochschule Berlin sowie Fortbildungen in Restorative Practices. Darüber hinaus nahm ich sechs Monate lang an einer Authentic Communication Group teil, in der Ansätze der Gewaltfreien Kommunikation und der inneren Selbstreflexion eine zentrale Rolle spielten. Diese Erfahrungen haben mein Verständnis von Konflikten erweitert. Ich betrachte Konflikte nicht ausschließlich als Probleme, die gelöst werden müssen. Oft machen sie Bedürfnisse, Widersprüche und unausgesprochene Erwartungen sichtbar, sowohl zwischen Menschen als auch innerhalb gesellschaftlicher Strukturen. In meiner Mediationsarbeit geht es deshalb nicht darum, fertige Lösungen anzubieten, sondern einen Raum zu schaffen, in dem unterschiedliche Perspektiven gehört und gemeinsam neue Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden können.

Forschung und politische Analyse

Heute möchte ich meine Erfahrungen aus der Privatwirtschaft, der Wissenschaft und der Konfliktarbeit stärker miteinander verbinden. Als unabhängige Forscherin beschäftige ich mich mit gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, insbesondere in den Bereichen Bildung, Migration, soziale Gerechtigkeit, demokratische Teilhabe und Konflikttransformation. Ich verfolge politische Debatten, beschäftige mich mit wissenschaftlichen Studien und politischen Entscheidungsprozessen und entwickle eigene Recherchen, Kommentare und Analysen. Dabei interessieren mich nicht nur politische Maßnahmen und ihre erklärten Ziele, sondern auch die Annahmen, auf denen sie beruhen, die Interessen, die sie prägen, und ihre möglichen Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Meine Texte entstehen aus dem Wunsch, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge verständlich zu machen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden zu lassen und dort kritisch nachzufragen, wo vermeintlich selbstverständliche Antworten gegeben werden.

Was mich dabei begleitet

Ich befinde mich weiterhin in einem Lernprozess. Neben meiner Forschungs- und Mediationsarbeit absolviere ich eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin mit traumapädagogischem Schwerpunkt. Die unmittelbare Arbeit mit Kindern eröffnet mir eine weitere Perspektive auf gesellschaftliche Fragen, die häufig auf politischer oder institutioneller Ebene diskutiert werden. Was all diese Erfahrungen für mich verbindet, ist die Überzeugung, dass Verstehen Aufmerksamkeit braucht, für Menschen, für ihre Lebensrealitäten und für die Strukturen, innerhalb derer sie handeln. Ich möchte eine Arbeit gestalten, in der wissenschaftliche Neugier, kritisches Denken und menschliche Begegnungen nicht voneinander getrennt sind.

Vielleicht ist das die Art von Leben, die ich mir schon damals gewünscht habe.

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